Maklerprovisionen
Maklerprovisionenim Vergleich: Modelle, Kosten und Leistungen
Wenn du eine Immobilie kaufen oder verkaufen möchtest, wirst du dich früher oder später mit dem Thema Maklerprovisionen auseinandersetzen müssen. Die Vergütung für Immobilienmakler kann je nach Modell, Region und Leistungsumfang stark variieren. In diesem Artikel erfährst du alles über die gängigen Provisionsmodelle, ihre Vor- und Nachteile sowie die damit verbundenen Kosten und Leistungen. So kannst du eine fundierte Entscheidung treffen, welches Modell für deine spezifische Situation am besten geeignet ist.
Klassische Maklerprovisionsmodelle
Traditionell gibt es in Deutschland zwei Hauptmodelle für Maklerprovisionen, die sich in den letzten Jahren jedoch durch gesetzliche Änderungen gewandelt haben.
Das geteilte Provisionsmodell
Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser. Dieses Gesetz sieht vor, dass sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision in der Regel teilen müssen. Das bedeutet:
- Die Provision wird 50/50 zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt
- Der Höchstsatz liegt üblicherweise bei 7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.)
- Jede Partei zahlt somit maximal 3,57 % des Kaufpreises als Provision
Dieses Modell soll für mehr Fairness sorgen und verhindert, dass der Käufer allein die Last der Maklerkosten tragen muss.
Das Bestellerprinzip
Beim Bestellerprinzip, das bereits seit 2015 für Mietwohnungen gilt, zahlt derjenige die Provision, der den Makler beauftragt hat. Dieses Prinzip findet zunehmend auch im Kaufimmobilienmarkt Anwendung:
- Beauftragt der Verkäufer den Makler, trägt er die gesamte Provision
- Sucht der Käufer über einen Makler, zahlt er die Provision
- Die Höhe der Provision ist frei verhandelbar
Das Bestellerprinzip schafft klare Verhältnisse und kann insbesondere für Käufer vorteilhaft sein, wenn der Verkäufer den Makler beauftragt hat.
Alternative Provisionsmodelle
Neben den klassischen Modellen haben sich in den letzten Jahren alternative Ansätze entwickelt, die mehr Flexibilität und potenzielle Kostenersparnisse bieten.
Festpreismodell
Beim Festpreismodell vereinbarst du mit dem Makler einen fixen Betrag für seine Dienstleistungen, unabhängig vom letztendlichen Verkaufspreis der Immobilie. Dieses Modell bietet mehrere Vorteile:
- Planungssicherheit: Du weißt von Anfang an genau, welche Kosten auf dich zukommen
- Transparenz: Die Leistungen sind klar definiert und dem Preis zugeordnet
- Potenziell günstiger: Bei hochpreisigen Immobilien kann dieses Modell deutlich günstiger sein als prozentuale Provisionen
Allerdings kann es für den Makler weniger Anreiz bieten, den bestmöglichen Preis zu erzielen, da seine Vergütung fix ist.
Erfolgsabhängige Provision
Bei diesem Modell hängt die Höhe der Provision vom erzielten Verkaufspreis ab. Je höher der Verkaufspreis, desto höher die Provision. Das kann folgende Vorteile haben:
- Starker Anreiz für den Makler, den bestmöglichen Preis zu erzielen
- Risikominimierung für den Verkäufer, da bei einem niedrigeren Verkaufspreis auch die Provision geringer ausfällt
- Möglichkeit, verschiedene Provisionsstufen zu vereinbaren
Dieses Modell kann besonders attraktiv sein, wenn du eine hochwertige oder schwer zu bewertende Immobilie verkaufen möchtest.
Leistungen und Kosten im Detail
Um zu entscheiden, welches Provisionsmodell für dich am sinnvollsten ist, solltest du die typischen Leistungen eines Maklers und die damit verbundenen Kosten kennen.
Typische Maklerleistungen
Ein professioneller Immobilienmakler bietet in der Regel folgende Leistungen:
- Marktanalyse und Wertermittlung der Immobilie
- Erstellung eines professionellen Exposés mit hochwertigen Fotos
- Vermarktung über verschiedene Kanäle (Online-Portale, Printmedien, Netzwerke)
- Durchführung von Besichtigungen
- Verhandlungsführung mit potenziellen Käufern
- Unterstützung bei der Vertragsgestaltung und -abwicklung
Je nach Makler und gewähltem Modell können diese Leistungen variieren oder durch zusätzliche Services ergänzt werden.
Kostenfaktoren und regionale Unterschiede
Die Höhe der Maklerprovision kann je nach Region und Immobilienart stark schwanken:
- In Großstädten und Ballungsräumen sind die Provisionen tendenziell höher
- Bei Gewerbeimmobilien fallen oft höhere Prozentsätze an als bei Wohnimmobilien
- In einigen Bundesländern gibt es traditionell höhere oder niedrigere Provisionssätze
Es lohnt sich, die üblichen Sätze in deiner Region zu recherchieren und gegebenenfalls mit mehreren Maklern zu verhandeln.
Auswahl des richtigen Provisionsmodells
Die Wahl des passenden Provisionsmodells hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Art und Wert der Immobilie
- Deine persönliche finanzielle Situation
- Die Marktlage in deiner Region
- Deine Bereitschaft, selbst Zeit und Aufwand in den Verkaufsprozess zu investieren
Bedenke auch, dass ein günstiger Provisionssatz nicht automatisch die beste Wahl ist. Ein erfahrener Makler kann durch seine Expertise und sein Netzwerk oft einen höheren Verkaufspreis erzielen, der die höhere Provision mehr als ausgleicht.
Letztendlich solltest du das Provisionsmodell wählen, das deinen individuellen Bedürfnissen am besten entspricht und dir das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Scheue dich nicht, mit verschiedenen Maklern zu sprechen und ihre Angebote zu vergleichen. Eine gründliche Recherche und offene Kommunikation über deine Erwartungen können dir helfen, den richtigen Makler mit dem passenden Provisionsmodell zu finden.
Unabhängig vom gewählten Modell ist es wichtig, alle Vereinbarungen schriftlich festzuhalten und die Leistungen des Maklers genau zu definieren. So stellst du sicher, dass beide Seiten die gleichen Erwartungen haben und vermeidest spätere Missverständnisse oder Konflikte. Mit dem richtigen Makler und einem fair gestalteten Provisionsmodell kannst du den Verkauf oder Kauf deiner Immobilie erfolgreich und stressfrei abwickeln.